Thüringischer Akademischer Singkreis e. V.     

Programme

Die Konzerte des TASK unterstehen meist einem bestimmten Thema. Im Laufe der Jahre hat sich das Ensemble viele verschiedene Programmthemen erarbeitet.

»trag ein Nachtwind euch« (2010)

Volkslieder sind die Seele jeglicher Musikpflege. Ob im großen oder kleinen Kreis, ob kunstvoll arrangiert oder einstimmig vorgetragen, lenken sie die Sinne auf das Ursprüngliche in der Musik, wecken Sehnsucht und spiegeln letztlich die Identität ganzer Völker wider. In seiner 42. Konzertsaison stellt der Thüringische Akademische Singkreis eine Auswahl an traditionellen und neueren Volksliedbearbeitungen vor, die mit dem bezaubernden op. 104 von Johannes Brahms und den originellen Guggenmoos-Chorliedern von Bernd Englbrecht korrespondieren. Einer anderen Sphäre gehören die kontrastierend-flehentlichen Gebetsvertonungen di Lassos und Poulencs sowie Bachs große Choralmotette „Jesu, meine Freude“ an.

»Frieden« (2009)

Das Auswahlprogramm »Frieden« beleuchtet die Auseinandersetzung mit Friedenstexten in Kompositionen aus 5 Jahrhunderten. Zu Beginn wird das französische Soldatenlied »L'homme armé« und dessen Bearbeitung durch den italienischen Renaissance-Meister Giovanni Pierluigi da Palestrina auf einen »Agnus Dei«-Text vorgestellt. Aus der Zeit des Barock erklingen Werke aus dem Altbachischen Archiv und spannen einen Bogen über G. A. Homilius Motette »Siehe das ist Gottes Lamm« hin zu dem großen Romantiker Felix Mendelssohn Bartholdy (»Mitten wir im Leben sind, mit dem Tod umfangen«). Johannes Brahms' lange verschollene »Missa canonica« wurde vom Meister selbst später in seiner großen Motette »Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen« verarbeitet. Aus dem 20. Jahrhundert erklingen Auszüge aus dem Polnischen Requiem von Penderecki, sowie die vorbildhaft 12-tönige Brechttext-Umsetzung »Gegen den Krieg« von Hanns Eisler.

»All Deiner Kinder Lobgesang« (2008)

Dieser Vers aus der Hand Dietrich Bonhoeffers findet seine Vertonung im Werk »Von guten Mächten wunderbar geborgen« des Zeitgenossen Rudi Spring. Eingerahmt wird das Programm zum Einen von alter Musik – durch prachtvolle achtstimmige Motetten von Jacobus Gallus; zum Anderen durch die romantischen »Sieben Lieder« op. 62 von Johannes Brahms und »Tre composizioni corali« von Ildebrando Pizzetti – einem Mitbegründer der modernen italienischen Musik.

Wasser – Lebensquell und Tränen (2007)

Im Zentrum dieses Programmes stehen die zeitgenössischen, teilweise experimentellen Kompositionen »Lachrimae« von Sylvano Bussotti und »As I Crossed a Bridge of Dreams« der neuseeländischen Komponistin Anne Boyd. Im Kontrast dazu erklingen Darstellungen von Wasser, Wein, Regen, Tränen und Sintflut in Kompositionen Alter (Victoria, Palestrina, Schein) und romantischer (Brahms, Mendelssohn) Meister.

prayers – Gebete in Vertonungen europäischer Komponisten aus sechs Jahrhunderten (2006)

Die Texte dieses Programmes geben in den Psalmen überzeitliche Zeugnisse tiefer Glaubensgewissheit, sind als Teile des ordinarium missae oder der Stundengebete wiederkehrende Elemente christlicher Gottesdienste und formulieren als persönliche Bekenntnisse individuelle Glaubenshaltungen.

Zwiesprache (2005)

In Psalmen und Gebeten wenden sich Gläubige zu Gott und erfahren Stärkung und Trost aus Gottes Wort. Geistliche Musik aller Epochen artikuliert diese Texte in der musikalischen Sprache ihrer Zeit. »Zwiesprache« findet in den Kompositionen des Programms neben der inhaltlichen noch auf weiteren Ebenen statt, auf musikalischer – im Dialog zweier Chöre oder zwischen Instrument und Chor – und auf zeitlicher Ebene, wenn in alter und neuer Zeit derselbe Text musikalisch gedeutet wird oder gleiche Kompositionsprinzipien angewandt werden, und so Autoren und Hörer über Jahrhunderte hinweg in Beziehung zueinander treten.

»Ein feste Burg« – Glaubenszeugnisse im Wandel der Zeit (2004)

Martin Luthers Lied und die Liedmotetten des »Urkantors« Johann Walther stehen für die Kirchenmusik der Reformation. So sehr sie als volkssprachige Musik das geistliche Leben ihrer Zeit revolutionieren, sind sie doch eng mit der vorreformatorischen Musiktradition verbunden. Waren viele deutsche Kirchenlieder Übersetzungen mittelalterlicher lateinischer Hymnen, so findet in Johann Walthers Motetten die cantus-firmus-Technik der niederländischen Vokalpolyphonie ihre Fortsetzung. Selbst vor einer »protestantischen Bearbeitung« des berühmten »Ave Maria« von Josquin Desprez schreckte man nicht zurück. Glaubenszeugnisse im Wandel – bis in unsere Zeit.

licht und dunkel (2003)

Hoffnung und Angst, Tod und Erlösung und das Warten auf den Messias in der christlichen Religion formen den Ablauf des irdischen Daseins, den Tag und die Nacht. Der stete Wechsel zwischen dem lichten Glanz, der Hoffnung und Zuversicht, der Lebensfreude und dem Dunkel der Finsternis, der Verzweiflung und der Angst vor dem Leiden hat in der abendländischen Musik seither die Komponisten inspiriert. In ihren Werken werden Texte, die diese Gegensätze in Worten direkt oder indirekt formulieren, in Töne und Klänge geformt oder dadurch verstärkt. Im Programm erklingen Kompositionen, die »licht und dunkel« in der Interpretation ihrer Zeit vorstellen.

media vita – mitten im Leben (2002)

Zu allen Zeiten haben Menschen das, was sie bewegt, in der Vokalmusik zum Ausdruck gebracht. Im religiösen Leben – in Vertonungen von Gebeten, Lobpreis und Dank, aber auch Gedanken zu Tod und Erlösung – formt jede Epoche ihre »musica sacra«. Auch in der weltlichen Musik formulieren Komponisten die immer gleichen Fragen des Menschseins – Liebe, Naturerleben, Schmerz und Vergänglichkeit – in der musikalischen Sprache ihrer Gegenwart. In diesem Programm erklingen Kompositionen aus einem Zeitraum von etwa 900 Jahren und sollen in ihrer Gegensätzlichkeit unser Ohr für die besondere Aussagekraft ihrer musikalischen Sprache öffnen.

Motetten der Bachfamilie – Bach im 20. Jahrhundert (2002)

Die Musik der Bach-Familie und insbesondere die von Johann Sebastian inspiriert auch zeitgenössische Komponisten. Bearbeitungen, Verfremdungen (Nystedt) und Experimente (Schnebel) werden in diesem Programm dabei den »Originalen« gegenübergestellt.

»missa« – im Wandel der Zeit (2001)

Fünf Mess-Vertonungen (Machaut, Palestrina, Haßler, Rheinberger und Martin) stehen im Mittelpunkt dieses Programmes. Dazu werden Motetten den fünf Teilen des Ordinariums inhaltlich zugeordnet und bilden so den traditionellen Ablauf der Messe in einem Konzert ab.

WortKlang (2000)

1000 Jahre Musikgeschichte liegen zwischen dem Graduale der Hildegard von Bingen und John Cages »EAR for ear«. Dabei sollte das gesungene Wort die Menschen in ihrem Inneren ansprechen. Auf welch unterschiedliche Weise die Vokalmusik dies im vergangenen Jahrtausend getan hat, soll dieses Programm hörbar machen.

Dieses Programm finden Sie auch auf unserer CD »WortKlang«.

Begegnungen (1999)

Musikalische Sprachen aus 6 Jahrhunderten begegnen sich in diesem Programm. Dabei werden sowohl persönliche Begegnungen (Lasso – Gabrieli – Schütz) nachvollzogen, aber auch überlieferte Kompositionstechniken (Purcell und Sandström, Josquin und Ligeti) verdeutlichen, inwiefern auch neue musikalische Sprachen durch die Verbindung von alter und neuer Musik entstehen.

Klang-Raum – Raum-Klang (1997)

Die Wechselwirkung zwischen Raum und Klang hat die Komponisten aller Jahrhunderte immer wieder beschäftigt. Das besonders in San Marco in Venedig (ein mit zahlreichen Emporen ausgestatteter Kirchenraum) kultivierte Prinzip der »Mehrchörigkeit« hat bis in alle darauffolgenden Generationen von Komponisten gewirkt. In den unter diesem Thema stehenden Konzerten will der TASK herausragende Beispiele solcher Kompositionen vorstellen oder auch durch verschiedene Raumaufstellungen Chorwerken wie auch den Zuhörern eine weitere Klang- bzw. Hör-Ebene verschaffen.