Thüringischer Akademischer Singkreis e. V.     
 

Sächsische Zeitung, 2. Juli 2007

In klarem, hellem Licht

Von Jens-Uwe Sommerschuh

Außergewöhnlich romantisch: Die Schumanniade bleibt ein ganz besonderes Fest.

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Fern biederer Süße

Das Sonnabendereignis in der Kreischaer Kirche war sentimentalerer Natur. Der von Peter Schreier dirigierte Thüringische Akademische Singkreis und die Solisten sangen, von András Schiff am Steinway begleitet, Schumanns volkstümliches Kammeroratorium »Der Rose Pilgerfahrt« von 1851.

Das Märchen um Menschwerdung, Liebe und Tod der Elfe Rose ist eine so schlichte wie eindringliche Geschichte, wie sie nur in der Romantik erblühten. Ruth Ziesak (Sopran) als Rose, Lothar Odinius (Tenor) als Erzähler, Hanno Müller-Brachmann (Bass) als Totengräber sowie Britta Schwarz (Alt) und Gesine Nowakowski (Sopran) in verschiedenen Rollen schickten das Publikum durch ein Wechselbad der Gefühle, da blieben kaum Wünsche offen.

Der Chor steigerte sich nach kurzer Findungsphase enorm und setzte mit der Grabszene »wie Blätter am Baum« einen frühen Höhepunkt, übertroffen nur noch vom hauchzarten Epilog der Engel: »Sei uns gegrüßt, liebliche Rose!«

Nicht zu vergessen – wie Schiff mit spröden Intermezzi, sacht verzögertem Anschlag und wiederholtem Rubato die Spannung immer wieder anzog und damit ganz unauffällig die Trennlinie zwischen Schmelz und Gefühl wahrte, war genial. Hohe Kunst, ergreifende Romantik fern biederer Süße. Da Capo!

Den vollständigen Artikel finden Sie im Archiv der Sächsischen Zeitung.