Thüringischer Akademischer Singkreis e. V.     
 

Sächsische Zeitung, 2. Februar 2009

Konzert in der Stadtkirche begeistert die Gäste

Von Bernd Goldammer

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Am Sonnabend trat der Thüringische Akademische Singkreis in Radeberg auf.

„Ein großartiges Konzert“, schwärmte Dr. Peter Lunze nachdem am Sonnabend der letzte Gesang des Thüringischen Akademischen Singkreises verklungen war. Wie der lang anhaltende Beifall zeigte, empfanden viele Besucher der Stadtkirche ebenso.

Stimmliche Weite

Es begann mit einer musikalischen Begegnung mit Jacobus Gallus (auch Jacob Handl genannt). Der Bischof von Olmütz berief ihn im Jahre 1580 zu seinem Kapellmeister. Unvergessen ist der 1591 in Prag verstorbene kirchenmusikalische Komponist, weil er der Welt sein Opus Musicum mit 374 Kompositionen für das gesamte Kirchenjahr hinterließ. In diesem Werk verarbeitete er die wichtigen musikalischen Akzente seiner Zeit. Niederländische und venezianische Einflüsse verschmolz er mit seiner Musik. Es war beeindruckend, fünf dieser Motetten in der stimmlichen Weite des Thüringischen Akademischen Singkreises zu hören. Diese Stimmgewalt muss man offenbar haben, um eine geschichtliche Gefühlsbegegnung von der Tiefe des Radeberger Konzertes zu ermöglichen. Technisch akkurat, tief in die Vorstellungen des Schöpfers eingefühlt, mit diesen Prädikaten beschreibt man das Erleben dieser Momente wohl am deutlichsten. Es ging mit Werken von Felix Mendelsohn Bartholdy weiter. Die „Deutsche Liturgie“ war von ihm einst für den Gottesdienst im Berliner Dom geschrieben worden. Von „Ehre sei Gott in der Höhe“ bis zu „Trauergesang“, auch hier verbanden sich die facettenreichen Chorstimmen mit dem Kirchengebäude. Es entstand ein großartiger, wechselvoller Klangkörper. Im Instrumentalteil des Konzertes waren Ramona Walther (Oboe), Ulrike Bassenge (Violine) und Rainer Fritzsch (Orgel), mit Johann Sebastian Bachs Konzert für Violine, Orgel und Oboe d-Moll zu hören.

Zugabe erklatscht

Johannes Brahms war ebenfalls ein Hörerlebnis. „Sieben Lieder für gemischten Chor“, Von alten Liebesliedern“, Waldesnacht, die Sinne wurden von Chormusik getragen. Die Begeisterung war groß. Sogar eine Zugabe erklatschten sich die Gäste. „Mit diesem Konzert hat sich Radeberg wieder als Konzertort erwiesen. Ich komme aus Bautzen und war schon beim Silvesterkonzert begeistert, zeigt sich Peter Josnig aus Bautzen erfreut und er stellt fest: „Gute Konzerte gibt es allerorten, Radeberg aber bietet das Außergewöhnliche. Allerdings hätte ich mir durchaus noch ein paar Besucher mehr für dieses kostbare Konzert gewünscht“.