Thüringischer Akademischer Singkreis e. V.     
 

Wolmirstedter Kurier, 18. Januar 2010

Über Zerstörung und Versöhnung

Akademische Chorgemeinschaft gestaltet Friedenskonzert in St. Katharinen

von Klaus Dalichow

In der nahen Landeshauptstadt läuten eine gute Stunde nach Ende des Konzertes der akademischen Chorgemeinschaft um 21.29 Uhr sämtliche Kirchenglocken. Die 16. Januar gilt für Magdeburg als Schicksalsdatum. Knapp fünf Monate vor Beendigung des schlimmsten aller bisherigen Kriege fiel sie bei einem Bombenangriff in Schutt und Asche.

Die 25 Mitglieder des Thüringer Akademischen Singkreises uns ihr Dirigent Jörg Genslein wollten sich in das Gedenken an den 16. Januar 1945 einreihen und hatten eine geistliche Musik zusammengestellt, die sich mit kriegerischer Zerstörung und friedvoller Versöhnung auseinandersetzt. Es erklangen Werke von Johann Sebastian Bach, Hanns Eisler. Jean Landlais, Johannes Brahms und Max Reger.

An den Anfang des von knapp 200 Zuhörern verfolgten Konzertes hatte Jörg Genslein (leitet den vor 41 Jahren von Studenten aus Weimar, Jena und Erfurt gegründeten Chor seit eineinhalb Jahren) das »Kyrie Eleison« von Giovanni Pierluigi da Palestrina gestellt. Um die Entstehung dieses bedeutenden kirchenmusikalischen Werkes aus dem 16. Jahrhundert ranken sich viele Legenden, ähnlich wie bei Händels meisterlichem Oratorium »Messias«.