Thüringischer Akademischer Singkreis e. V.     
 

Thüringer Allgemeine, 14. September 2010

Thüringischer Akademischer Singkreis begeisterte mit Auftritt

von Reiner Engel

Unter dem Motto "Hör mal im Denkmal" bilden Konzerte und Veranstaltungen vielerorts den Auftakt zum Tag des offenen Denkmals. In Bad Langensalza gelang dieser mit einem Ensemble der Spitzenklasse. In der Gottesackerkirche gastierte am Samstagabend der Thüringische Akademische Singkreis (TASK) unter Leitung von Jörg Genslein....

Die Sängerinnen und Sänger ... traten ... in einer bereits hervorragend sanierten Kirche auf, die zudem eine tolle Akustik hat, durch welche der ausdrucksstarke Gesang dieses Ausnahmeensembles vollends zur Geltung kam.

Mit sechs in unterschiedlichen Jahrhunderten entstandenen Motetten für vier, fünf und sechs Stimmen von Orlando di Lasso und Francis Poulenc gab der Chor einen kontrastreichen Einstieg. Feinfühlig ließen die aus allen Teilen Deutschlands stammenden Sängerinnen und Sänger ein phantastisches Klangbild entstehen, welches die Kirche durchflutete. Mit der bekannten, im Ton einer Trauermusik gehalten Motette "Jesu meine Freude", die Johann Sebastian Bach zwischen 1723 und 1735 vermutlich für eine Begräbnis- oder Gedächtnisfeier komponierte, setzte der Chor einen zentralen Höhepunkt. Klar und sauber intoniert und auch in den leisen Partien kraftvoll, beeindruckte der Kammerchor, dessen Solisten ihr ausgesprochenes Können mit exzellenten Einzelleistungen belegten.

Im dritten Teil brachte der Chor mit den fünf Gesängen (op. 104) von Johannes Brahms nochmal weltliche, aber keinesfalls anspruchslosere Chormusik zu Gehör, bevor er seine Zuhörer dann ebenso makellos mit dem Volkslied "O du stille Zeit" von Bernd Englbrecht in die Nacht entließ. Insgesamt bewiesen die semiprofessionellen Vokalisten eine enorme Breite künstlerischen Ausdrucks und ließen in ihren Interpretationen immer den Ehrgeiz an einen höchstmöglichen Anspruch erkennen.