Thüringischer Akademischer Singkreis e. V.     
 

13. August 2011, inSüdthüringen.de

Ein Höhepunkt des Meininger Orgelsommers

Von Alfred Erck

Einen ganz besonderen Musikgenuss erlebten die zahlreichen Besucher des Mittwochskonzerts zum Meininger Orgelsommer. Zu Gast waren der Thüringische Akademische Singkreis und Organist David Schlaffke aus Amsterdam.

Für musikalische Puristen stellt der Chorgesang a cappella das non plus ultra des Musizierens überhaupt dar. Wer die jungen, somit unverbrauchten Stimmen der etwa 30 Sängerinnen und Sänger beim Vortrag von Chorsätzen von Orlando di Lasso, Francis Poulenc und Johannes Brahms hörte, die Ausgewogenheit der Besetzung in deren sanglichem Ineinandergreifen erspürte, ihre sprachliche Kultur und geistige Inspiriertheit wahrnahm, der durfte sich in seinem (Vor-)Urteil schon bestätigt fühlen.

Der Singkreis, 1969 von Studierenden der Thüringer Universitäten unter Wolfgang Unger gegründet, hat sich seither ein gutes Renommee ersungen und demonstrierte auch in Meiningen vom ersten bis zum letzten Ton die hohe Schule dieser Form des Musizierens.

Die Programmwahl des nunmehr unter Leitung von Jörg Genslein wirkenden Ensembles zeugt für dessen Ambitioniertheit. Denn im ersten Teil brachte man jeweils drei Motetten für vier bis sechs Stimmen zum Vortrag, die Lasso beziehungsweise Poulenc auf dieselben lateinischen Texte verfasst hatten. Sie schildern das Golgatha-Geschehen in der Weltsicht und der Tonsprache von Komponisten um 1566 und 1938/39. ....