Thüringischer Akademischer Singkreis e. V.     
 

31. Mai 2016, Elbe-Jeetzel-Zeitung

„Im Klang gebadet“

von mh

Thüringischer Akademiker-Singkreis konzertierte in Dannenberg


Das Halleluja schwebte in die Höhen der Johanniskirche, flehend klang das „Miserere nobis“ (Erbarme dich unser) in den Ohren der Zuhörer in der gut besetzten Dannenberger Johanniskirche. Das Publikum erlebte eine Sternstunde barocker Chormusik. Es sang der Thüringische Akademiker-Singkreis, der dem Glauben an die Kraft des Gebetes vielstimmigen Ausdruck verlieh. „Ich habe die Augen geschlossen und im Klang gebadet“, war eine Zuhörerin begeistert. Mit Bravo-Rufen und Applaus wurde der Chor unter der Leitung von Jörg Genslein verabschiedet.

Motetten, Choräle und Kantaten von William Bird (1543–1632), Gottfried August Homilius (1714–1785) und Hans Leo Hassler (1564–1612) öffneten Ohren und Herzen für einen der Höhenpunkte des beeindruckenden Abendkonzerts: Für Johann Sebastian Bachs Motette „Komm, Jesu, komm“. In klaren Klangkaskaden sangen die Sopranistinnen und Tenöre von der Sehnsucht nach himmlischen Frieden, Trost und Trauer waren in den Alt- und Bassstimmen. Selbst der nicht immer erwünschte Nachhall in der gotischen Hallenkirche konnte die andächtige Stimmung, die das Chorwerk hervorrief, nicht stören.

In diese barocken Klangharmonien setzte der Saxofonist Christoph Friedrich Sonntag einen überraschenden Akzent. Mit den sechs Metamorphosen nach Ovid, komponiert von Benjamin Britten (1913–1976), holte der Solist Gestalten aus der griechischen Mythologie in den Christentempel und ließ die Zuhörer über Szenen mit Pan, Phaeton, Niobe, Bacchus, Narcissus und Arethusa lächeln. Sonntags Intermezzo war eine Atempause vor den Fest- du Gedenksprüchen von Johannes Brahms (1833–1897), dem feierlichen Abschluss des beglückenden Konzerts. ...