Thüringischer Akademischer Singkreis e. V.     
 

Johann Christoph Bach (1642–1703)
Der Gerechte, ob er gleich zu zeitlich stirbt

Motette für fünf Stimmen

Die Motette Der Gerechte, ob er gleich zu zeitlich stirbt berichtet von einem der wichtigsten Aspekte barocker Christen: Nur eine vor Gott, und nicht den Menschen, gerechte Lebensweise kann den Gläubigen von aller Mühsal erlösen. Dafür fand Johann Christoph Bach eine Reihe musikalischer Bilder, die Inhalt und Botschaft nach Art des Madrigals in kleinen Abschnitten plastisch nachzeichnen – von der edlen Vorstellung eines gerechten Menschen am Beginn bis zur himmelwärts aufsteigenden Erlösung seiner Seele zum Schluss. J. C. Bach war Kapellmeister und zu Lebzeiten der berühmteste der bedeutenden und weitverzweigten Thüringer Musiker-Familie. (Tobias Gebauer)

Der Gerechte, ob er gleich zu zeitlich stirbt, ist er doch in der Ruhe.

Er gefällt Gott wohl und ist ihm lieb und wird weggenommen aus dem Leben unter den Sündern, und wird hingerücket, dass die Bosheit seinen Verstand nicht verkehre, noch falsche Lehre seine Seele betrübe, er ist bald vollkommen worden und hat viel Jahr' erfüllet. Denn seine Seele gefällt Gott wohl. Darum eilet er mit ihm aus dem bösen Leben.

Text: Buch der Weisheit, Kap. 4

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Stand: 21. Oktober 2009