Thüringischer Akademischer Singkreis e. V.     
 

Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn

(komponiert verm. 1713)
Motette für zwei vierstimmige Chöre, BWV Anh. 159

Gemessen am Umfang seines Gesamtwerks nehmen die Motetten Johann Sebastian Bachs nur einen geringen Teil ein. Für die Nachwelt stellen sie aber den Höhepunkt einer jahrhundertelangen Entwicklung dar und wurden seitdem, im Gegensatz beispielsweise zum berühmten Weihnachtsoratorium oder der Matthäuspassion, regelmäßig aufgeführt. Die Autorschaft Bachs war bei Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn lange Zeit umstritten, da das Autograph verschiedene Handschriften aber keinen Autorenvermerk hinterlassen hat. Die dreiteilige Motette stellt die zuversichtliche Verheißung des Textes zuerst doppelchörig vor und gipfelt in einer typisch Bachschen Choralbearbeitung, in der die Unterstimmen die neue Choralmelodie des Soprans begleiten. Zum Abschluss wird dieser Choral nochmal vom gesamten Chor schlicht vorgetragen. (Tobias Gebauer)

Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn, mein Jesu!

Choral (Sopran): Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind wirst du verlassen nicht, du väterliches Herz. Ich bin ein armer Erdenkloß, auf Erden weiß ich keinen Trost.

Choral:

Dir, Jesu, Gottes Sohn, sei Preis, dass ich aus deinem Worte weiß, was ewig selig macht. Gib, dass ich nun auch fest und treu in diesem meinem Glauben sei! Ich bringe Lob und Ehre dir, dass du ein ewig Heil auch mir durch deinen Tod erwarbst. Herr, dieses Heil gewähre mir; und ewig, ewig dank ich dir.

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Stand: 21. Oktober 2009